Klima und Wandel

Klima und Klimawandel

Alle Welt redet vom Klima: Was heißt das überhaupt? Wer vom Klima redet, betrachtet das Wetter über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Klimawandel bezeichnet dagegen langfristige Änderungen. Das Klima auf unserem Planeten ist ein fein ausbalanciertes System: Kleine Änderungen im Jahresmittel können gravierende Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben. Selbst bei der letzten Eiszeit war es im Jahresmittel nur 4 °C kälter.

  

  

Weltklimarat

Die Antwort des Weltklimarates der Vereinten Nationen (der IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) auf diese Frage ist klar und deutlich: Ja, es wird wärmer, es ist ein weiterer drastischer Temperaturanstieg mit verheerenden Folgen zu befürchten und dieser dramatische Klimawandel ist menschgemacht. Nach Angaben des IPCC in ihrem vierten Sachstandsbericht ist die Durchschnittstemperatur in den vergangenen 100 Jahren um ca. 0,74°C gestiegen.

  

Temperaturanstieg

Das Jahr 2010 war ein Rekordjahr! Die Emissionen des Jahres waren die höchsten seit Beginn der Messungen. Der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß ist im Jahr 2010 um insgesamt 1,6 auf 30,6 Gigatonnen angestiegen. Dadurch erreichte die globale Durchschnittstemperatur wieder die Spitzenwerte der bisher wärmsten Jahre 1998 und 2005. Das ist höher, als bislang angenommen. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass der Anstieg gefährliche Folgen für das Klima und somit die gesamte Flora und Fauna der Erde nach sich ziehen wird.

  

Treibhausgase

Der Grund für die Erwärmung ist die moderne Lebensweise in Industriegesellschaften mit scheinbar unstillbarem Hunger nach Energie. Jedes Stück Kohle, das wir verheizen, jeder Liter Erdöl oder Kubikmeter Gas, den wir verbrennen, vergrößert die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Die Abholzung von Wäldern setzt ebenfalls erhebliche Mengen dieser Gase frei. Gleichzeitig fällt mit jedem Baum ein wichtiger CO2-Speicher weg. Kohlendioxid ( CO2) ist das entscheidendste Treibhausgas und für mehr als 60 % der weltweiten Erderwärmung verantwortlich. Neben CO2 gibt es weitere Treibhausgase, zum Beispiel Methan. Es tritt deutlich seltener auf, ist aber 23-mal so schädlich wie CO2. Es entsteht z. B. wenn Kühe verdauen, und aufgrund unseres hohen Fleischkonsums gibt es sehr viele Kühe, die zum Klimawandel beitragen.

  

Klimawandel stoppen

Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn das kontinuierliche Anwachsen der weltweiten Treibhausgasemissionen in den nächsten 10 bis 15 Jahren gestoppt wird. Auf der Weltklimakonferenz 2010 im mexikanischen Cancún haben über 190 Länder beschlossen, ihr Handeln künftig an dem von der Wissenschaft geforderten 2 °C-Ziel zu orientieren. D.h., die Erwärmung der Erde soll auf 2 °C gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt werden. Wenn dieses Ziel noch erreicht werden soll, dürften die weltweiten CO2-Emissionen bis 2020 auf maximal 32 Gigatonnen jährlich steigen. Bis 2015 soll geprüft werden, ob sogar eine Verschärfung auf 1,5 °C notwendig ist.

  

Persönliche Klimaverantwortung

Jede und jeder Einzelne von uns hat eine persönliche Klima-Verantwortung. Bis zu 40 % aller CO2-Emissionen sind auf unseren individuellen Konsum zurückzuführen. Mit jeder Kaufentscheidung für ein klimafreundlicheres Produkt tragen wir zur Verstärkung oder zur Vermeidung von Treibhausgasen bei. Jeder Kilometer, den wir mit umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zurücklegen, reduziert den Verbrauch unserer natürlichen Ressourcen. Oft sind es schon kleine Schritte, die helfen die eigene CO2-Bilanz zu verbessern und damit das Klima zu schützen.

  

Auswirkungen auf Deutschland

Wenn der CO2-Ausstoß ungemindert weitergeht, gibt es eine Reihe von Auswirkungen, die auch uns betreffen.

Teures Essen: In unserer globalisierten Welt sind wir abhängig von Warenströmen. Es könnte passieren, dass bei uns das Fleisch wesentlich teurer wird, wenn sich klimatische Veränderungen in anderen Teilen der Welt ganz verheerend auf den Anbau von Futtermitteln wie Soja niederschlagen.
Auf der Flucht: Durch die Klimaerwärmung verschlechtern sich für vile Menschen die oft bereits jetzt bedrohten natürlichen Lebensgrundlagen. Vielen (vor allem aus Nordafrika) bleibt in Folge dessen nicht anderes übrig als zu flüchten und nach Europa einwandern (Klimaflüchtlinge).
Neue Arten: Bei einem Fortschreiten des Klimawandels könnte sich das kulturelle Bild Deutschlands verändern. In unserer Pflanzenwelt gäbe es dann wärmeliebende Arten und neue Schädlinge, die wir nur aus südlichen Ländern kennen, und andere leider nicht mehr, die wir dann stark vermissen könnten. Auch die Wattlandschaft, ein wichtiges Ökosystem, könnte sich durch den Klimawandel dramatisch verändern, wenn auch wohl erst nach 2050.
Hohe Deiche: Unter anderem wegen des Anstiegs des Meeresspiegels müssen die Deiche erhöht werden, damit Bremen weiterhin vor Sturmfluten geschützt ist.