Klima und Ernährung

Speiseplan für Klimaschützer

Eine klimabewusste Ernährung lässt unseren persönlichen CO2-Rucksack leichter werden.
Das bedeutet nicht, auf Kalorien zu verzichten, sondern auf CO2-Diät zu gehen. Klimaschutz beginnt dabei schon im Einkaufswagen.

Passende Rezepte zu den Tipps gibt es in unserem Kochbuch!

  

  

Fleisch

Vor allem Rindfleisch ist ein echtes „Schwergewicht“. Bei der Verdauung einer Kuh wird Methan freigesetzt. 1 kg Methan ist so wirksam wie 23 kg CO2. Eine Kuh ist damit insgesamt etwa so klimaschädlich wie ein durchschnittlicher Pkw, der im Jahr 14000 km Strecke zurücklegt.

Prinzip Sonntagsbraten: Fleisch nur an ausgewählten Tagen servieren. Weniger Fleisch und Wurst ist besser fürs Klima!

  

Milchprodukte

Das Fett muss weg! Je höher der Fettgehalt eines Milchproduktes, desto mehr Milch und desto mehr „Kuh“ ist für die Produktion nötig. Butter hat zum Beispiel einen dreifach höheren CO2-Wert als Käse. Trinkmilch und Joghurt verursachen die geringsten Treibhausemissionen. Deshalb öfter mal fettarme Alternativen probieren: Margarine statt Butter, Frischkäse oder Quark statt fettreichem Hartkäse.

Natur pur: Auch Joghurts mit Geschmack belasten das Klima mehr als die naturbelassene Variante. Wie wäre es also mit einem Naturjoghurt garniert mit frischen Früchten der Saison?


Saisonal und Regional

Es muss nicht immer die Ananas aus Costa Rica und die Süßkartoffel aus Südamerika sein. Heimische Produkte müssen nicht so weit transportiert werden, daher fällt auf ihrem Weg zum Verbraucher viel weniger CO2 an. Optimalerweise sind sie auch aus Bio-Anbau, denn die erzeugt weniger Kohlendioxid-Emissionen als konventionelle Landwirtschaft. Wenn du diese beiden Kriterien beachtest, kannst du mit bestem „Klima-Gewissen“ Vitaminbomben futtern.

Alles zu seiner Zeit: Genieße die Vorfreude auf Erdbeeren im Frühsommer, Trauben im Herbst, Grünkohl im Winter...

Wintertomaten: Eingeflogene oder europäische Gewächshaustomaten sind echte Klima-Brocken. Vor allem durch den hohen Energieaufwand im Gewächshaus verursachen sie das 265-fache an CO2 verglichen mit einer Freilandtomate während der Saison.

Aus der Nähe: Bei dem Transport von Lebensmitteln wird eine Menge CO2 ausgestoßen. Bevorzuge deswegen Produkte aus der Region.

Wasserverbrauch: Kaufe möglichst Obst und Gemüse aus regionalem Freilandanbau, denn wegen des natürlichen Niederschlags in unseren Breitengraden erzeugt diese Art der Produktion weitaus weniger Wasserverbrauch als Waren aus regenarmen Regionen, in denen Früchte & Co. künstlich bewässert werden müssen.

Frische-Finder: Und welches Gemüse und Obst zu welcher Zeit bei uns zu haben ist, siehst du in unserem Saisonkalender!

  

Tiefkühlprodukte

Pro Kilo frischem Gemüse werden etwa 150 g CO2 frei, bei Tiefkühlgemüse sind es 400g und ein Kartoffelfertigprodukt schlägt mit gut 3000g zu Buche.

  

Wasser

Leitungswasser in Deutschland ist nicht nur gut und günstig, sondern auch ein echter Klima-Star: Während sich Mineralwasser schon bei 1 l täglich mit 70 kg CO2 im Jahr niederschlägt, verursacht Wasser aus dem Hahn kaum Emissionen. Das Trinkwasser in Bremen ist laut dem Versorger swb eines der qualitativ hochwertigsten in Deutschland.

Achtung Bleileitungen: Falls du dir nicht sicher bist, was für Leitungen in deinem Zuhause liegen, kannst du dein Wasser in der Regel bei deinem Wasserversorger testen lassen.

  

Biolebensmittel

Biolebensmittel sind klimafreundlicher als konventionell hergestellte Nahrungsmittel. Ökobauern verzichten auf künstliche Dünger und Pflanzenschutzmittel, die in der Herstellung besonders viel Energie brauchen und daher viel CO2 verantworten. In der konventionellen Tierhaltung ist besonders das Futtermittel Soja problematisch. Für seinen Anbau wird täglich Regenwald abgeholzt. Die globale Zerstörung unserer Wälder heizt den Klimawandel weiter an.

Bio–logisch! Ökologische Landwirtschaft verursacht bis zu 30 % weniger Treibhausgase als konventionelle Landwirtschaft.

  

Balkongärtner

Im Frühling kribbelt es uns in den Fingern – wir wollen nach draußen und etwas pflanzen. Auch wer keinen Garten hat, kann in Eigenregie Gemüse ziehen. Ein Balkon reicht dafür. Wir haben ein paar Tipps & Tricks für Hobbygärtner zusammengestellt.

Grundausstattung: Standfeste Kübel, Pflanzkästen, Qualitätserde, Dünger (wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vorab die Prüfberichte von Öko-Test für Obst- und Gemüsedünger lesen), eine Schaufel und Rankhilfen sind die Grundausstattung, ohne die es nicht geht.

Gemüse geht gut: Tomaten sind ein Klassiker, aber beileibe nicht das einzige Gemüse, das auch außerhalb eines Beets gedeiht. Auch Karotten, Erbsen, Paprika und Zwiebeln lassen sich in Kübeln pflanzen. Zucchini und diverse Salatsorten fühlen sich dort ebenfalls wohl. Auberginen gibt es übrigens in einer speziellen balkontauglichen Variante. Auch Kräuter fühlen sich draußen wohl; wie wäre es mal mit Pfefferminze für erfrischenden Tee oder leckeren Mojito?

Wetter-Check: Bevor es losgeht, solltest du vergleichen, ob Sonnen- und Windverhältnisse auf deinem Balkon mit den Bedürfnissen deines Wunschgemüses zusammenpassen. Paprika etwa braucht viel Sonne, während für Rucola und etliche Kräuter wiederum ein halbschattiger Standort gut geeignet ist. Informiere dich vorab über den Durst einzelner Pflanzen, damit das Gießen mit deinem Zeitbudget zusammenpasst und du keine bösen Überraschungen erlebst.

Schnellsprießer: Du bist ungeduldig und wollen schnell etwas auf Ihrem Teller sehen? Dann nehmen Sie ein paar Radieschen in Ihr Sortiment auf, denn sie brauchen nur rund einen Monat, bis sie reif sind. Sie können durchaus schon im April nach draußen und dann im Mai geerntet werden.

Aussaat: Du möchtest Gemüse selbst aus Samen im Zimmer anziehen und dann draußen wachsen lassen? Eigentlich beginnt man damit meist bereits im Februar oder März. Wenn du später noch einsteigen willst, wähle ein schnell keimendes und schnell reifendes Gemüse. Ansonsten kaufe einfach Pflänzchen (wer Wert auf Bio liegt, kann sich an Anbieter wie die Ökokiste Bremen wenden) und leg ab Mai draußen mit deinen Kübeln los. Hobbygärtner, die kein Risiko eingehen wollen, warten bei frostempfindlichen Pflanzen die „Eisheiligen“ ab.

Natürliche Helfer gegen unerwünschte Gäste: Dein Gemüse wird von Läusen oder anderen Plagegeistern heimgesucht? Lass die Finger von chemischen Hilfsmitteln – diese sind umwelt- und klimaschädlich, und außerdem bleiben Rückstände davon im Gemüse. Besorge dir lieber ein Ratgeberbuch, das altbewährte Hausmittel wie Rapsöl gegen Läuse nennt.

Torffrei ist ein Muss: Vorsicht bei Billigerde vom Discounter! Ihr mangelt es meist an Nährstoffen und oft enthält sie zudem Torf. Dessen Abbau greift wichtige Biotope an und gilt als klimaschädlich. Einen Einkaufsführer für torffreie Erde kann man als PDF beim BUND Bremen (www.bund-bremen.net) finden.

Das Thema macht Ihnen Lust auf mehr? Ein schöner Balkongärtner-Blog, verfasst von einem Hamburger Bio-Fan, ist im Internet unter www.biobalkon.wordpress.com zu finden.

  

Pflanzliches Öl

Der Blick auf die Zutatenlisten von Lebensmitteln lohnt sich. Hinter der Bezeichnung „pflanzliches Öl“ verbirgt sich in den allermeisten Fällen Palmöl, das konventionell produziert einen Raubbau am tropischen Regenwald bedeutet. Diese Waren sollte man meiden.

  

Fair Trade

Schokolade und Kaffee gehören zu den Waren, die es inzwischen bei fast jedem Supermarkt und Discounter in der fair gehandelten Variante gibt. Zertifizierte Produkte erkennt man an dem offiziellen Fair Trade Siegel (www.fairtrade-deutschland.de). Wer das Optimum will, schaut nach, ob es diese Produkte gleichzeitig in Bioqualität gibt: Dann sind sie nämlich ökofair.

  

Deutsches und Europäisches Biosiegel

Die beiden Label sind bedeutungsgleich. Sie kennzeichnen Waren, die nach der EG-Öko-Verordnung erzeugt werden. Deren einzelne Zutaten müssen zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Bio ist klimafreundlich, weil dadurch bis zu 30 Prozent CO2-Ausstoß eingespart werden kann. Die CO2-Emissionen sind beim konventionellen Anbau unter anderem höher, weil dabei künstliche Düngemittel verwendet werden, deren Herstellung sehr energieintensiv ist.